Berlin, 9. April 2026
Heute haben die russischen Behörden die 1989 gegründete und 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete internationale MEMORIAL-Bewegung als „extremistisch" eingestuft. Ihre Tätigkeit auf dem Territorium der Russischen Föderation wurde verboten. Mit diesem beispiellosen Schritt sollen das gesamte MEMORIAL-Netzwerk und alle, die es unterstützen, delegitimiert und kriminalisiert werden. Das Putin-Regime fürchtet die Erinnerung an Sowjetdiktatur und Staatsterror. Aber diese Erinnerung lässt sich nicht verbieten.
Das Etikett „extremistisch“ dient der Kriminalisierung von Erinnerung und Dokumentation. Wir arbeiten im Exil weiter: Erinnerung ist demokratische Infrastruktur und Früherkennung autoritärer Muster. Aus Sicherheitsgründen nennen wir keine Details zu Personen oder Kontakten.
Ludwig-Beck-Preis
Irina Scherbakowa erhält den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage. In ihrer Rede erinnert sie an jene, die unter autoritären Regimen existenziellen Mut beweisen – in Russland, im Iran und vor allem in der Ukraine. Aus ihrer Arbeit bei MEMORIAL heraus zeigt sie, wie die bewusste Verzerrung von Geschichte den Weg zu Krieg und Gewalt bereitet und warum historische Verantwortung untrennbar mit politischer Gegenwart verbunden ist.
«Was als narrative Linie beginnt, kann in eine echte Frontlinie münden.»
Irina Scherbakowa, Vorsitzende von Zukunft MEMORIAL